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Hybridautos, Unterricht und die Oberbürgermeisterin

Veröffentlicht am 26.11.2009
Kategorie: Elektromobilität

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Hybridautos, Unterricht und die Oberbürgermeisterin

Ein Autobauer zieht mit Unterstützung von Petra Roth durch 70 Frankfurter Grundschulen, um den Kindern alternative Antriebskonzepte näher zu bringen.

Nied. Was kommt beim Auto hinten raus? «Abgase.» Das wissen auch die Schüler der Klasse 4a der Friedrich-List-Schule. Und die neunjährige Maria weiß es ganz genau: «Da kommt Kohlendioxid raus, das bildet dann in der Luft so eine Schicht. Da können die Sonnenstrahlen nicht mehr richtig raus und deswegen schmilzt das Eis auf der Erde und es gibt Überschwemmungen.»

Den Treibhauseffekt hat die Klasse von Lehrerin Anke Keitel im Sachkundeunterricht bereits durchgenommen. Die Kinder wissen, welche dramatischen Umweltschäden durch die ansteigenden Treibhausgase verursacht werden. In einem Schulprojekt lernen die Kinder nun, dass es gilt, über Alternativen zur Energiegewinnung mit fossilen Brennstoffen nachzudenken.

«Gibt es umweltfreundliche Autos?», ist die Frage des Projektes, mit dem momentan der Autobauer Kia in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelt Aktion durch 70 Frankfurter Grundschulen zieht.

Kia hatte den Kontakt zur Umwelt Aktion gesucht und den Lehrbeauftragen in einem eintägigen Workshop «die inhaltlichen Schwerpunkte für die Aktion genannt», erklärte Kias Pressesprecherin Sandra Hahn. Dabei geht es ganz speziell um «alternative Antriebskonzepte der Automobilbranche».

Ideologische Unterstützung

Anschaulich sollen die Schüler im Unterricht lernen, wie ein Hybridauto funktioniert, wie durch Wasserstoff und Sauerstoff in der Brennstoffzelle Strom erzeugt wird. Die beiden Schülerinnen Feira und Kerstin halten sich dazu fest an den Händen, spielen Wasser- und Sauerstoff in der Brennstoffzelle. Irgendwo würden nun kleine Bläschen aufsteigen, erklärt Lehrerin Keitel. Und wenn Feira und Kerstin die Hände wieder loslassen, würde Energie frei werden.

Übertragen aufs Auto hieße das: «Hinten heraus kommt dann eben Wasserdampf und kein Abgas, weil hier ja keine Verbrennung stattfindet», lernen die Kinder von der Lehrbeauftragten. Dass der Fachmann beim Prozess in der Brennstoffzelle auch von Verbrennung spricht, bleibt unbekannt, aber immerhin begeistert das Ergebnis.

Größtes Erlebnis

Unterstützt wird die Aktion von Oberbürgermeisterin Petra Roth, (CDU) und zwar «ideologisch», wie Pressesprecherin Hahn erklärte. «Sie hat sich die Zeit genommen, um bei unserer Presseveranstaltung dabei zu sein.» Doch Roth hat nicht nur ideologische Verbindung zur Schulaktion, sondern auch erfreuliche Erinnerungen an Kia Motors. Stolz erzählte sie den Schülern von ihrem «größten Erlebnis in der Politik». Als sie vor ein paar Jahren auf einer Automobilmesse in Korea war, habe sie die Unternehmensleitung dazu bewegen können, deren «Headquarter» nach Frankfurt zu verlegen.

Vorbild – oder auch nicht

«Sehr beeindruckt» sei sie von der Aktion in der Schule, so Roth, die ganz nebenbei noch erklärte, dass es beim Thema Umweltverträglichkeit ja nicht darum gehe, auf das Auto zu verzichten.

Es gehe um Verantwortung, holte Roth aus. Verantwortung der Politik und der Industrie-Nationen. «Es ist unsere große politische Aufgabe Vorbild zu sein» so Roth. Dass sie selbst im Dienstwagen zur Friedrich-List-Schule gekommen war, der wegen seines hohen Schadstoffausstoßes im Stadtparlament für kritische Diskussionen gesorgt hatte (wir berichteten), hatten die Schüler nicht mitbekommen. Sie warteten bereits im Klassenraum, als die Oberbürgermeisterin in ihrem neuen silbergrauen 7er BMW unmittelbar vor die Schule gefahren wurde.

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